Die Lauretiustagsgemeinde 2017

Reichelsheim/Odw

 

Den Marktflecken „Richoldsheim“ soll der fränkische Edling Richold am Ende des 9. Jahrhunderts gegründet haben. Urkundlich erwähnt wird der Ort jedoch erst im Jahr 1303. Rund 60 Jahre zuvor war von den Schenken zu Erbach Schloß Reichenberg erbaut worden. Kurze Zeit später wurde auch die Burg Rodenstein errichtet.

Auf dem Kirchhügel rund um den Marktplatz erhoben sich erste Häuser. Lediglich der Chor der heutigen Ev. Kirche zeugt von dem ersten gotischen Kirchenbau um 1493.

Das 1554 als Zenthaus erbaute Rathaus (heute Regionalmuseum) beherrscht noch heute den Markplatz. Es ist eines der ältesten Fachwerkhäuser im Odenwald. Seine Verstrebungen erinnern an einen Mann, die sogenannte Mannform.

Die Einwohnerzahl war bis zu Beginn des 30jährigen Krieges 1618 auf etwa 160 angestiegen. Dieser Krieg bedeutete auch für die Reichelsheimer eine lange Schreckenszeit, in der die Bewohner immer wieder auf Schloß Reichenberg Schutz suchen mussten. Im fünften Kriegsjahr wurden bei einem Brand etwa zwei Drittel aller Häuser zerstört. Unter anderem verbrannten im Rathaus auch alle Urkunden aus früherer Zeit.

Nach Kriegsende wuchs die durch die Kriegswirren, Seuchen, Hunger und Abwanderung stark dezimierte Bevölkerung wieder auf 120 Personen an, hauptsächlich durch Einwanderer aus der Schweiz.

Als im Jahre 1806 Reichelsheim mit der Grafschaft Erbach dem Großherzogtum Hessen zufiel, zählte der Ort 832 Einwohner. Trotz Hungerjahre, dreier Kriege, Revolution von 1848 und Auswanderung wuchs die Gemeinde bis 1858 auf ungefähr 1.800 Einwohner an. Beinahe so viel, wie sie zu Beginn des Zweiten Weltkrieges auch zählte.

Reichelsheim besaß bereits vor der Jahrhundertwende eine Reihe von Behörden, wie Amtsgericht, Postamt, Zollamt, Veterinäramt, Apotheke und zwei Brauereien.

Mit der Eisenbahnstrecke Reichelsheim-Reinheim wurde der Ort 1887 an das Streckennetz der Bahn angeschlossen. Das Geschäftsleben blühte. Zum letzten Mal fuhr ein Personenzug am 25. Mai 1963. Der Güterverkehr lief noch ein Jahr weiter.

Am 30.09.1964 endete dann der Bahnbetrieb der Reinheim-Reichelsheimer-Eisenbahn (RRE).

Beide Weltkriege bedeuteten für Reichelsheim große Verluste an Menschenleben. Nach 1945 siedelten sich hier Firmen an, die Arbeitsplätze für mehr als 1000 Personen schufen. Leistungsfähige Mittelstandsbetriebe, Möbelfabrik, Sägewerk, Lederwarenfabrik sowie Hoch- und Tiefbauunternehmen trugen zur Weiterentwicklung des Ortes bei.

Fast 500 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten fanden in Reichelsheim eine neue Heimat. Im Zuge der Kommunalen Gebietsreform Anfang der 70er Jahre wurden 13 umliegende Ortschaften in die Gemeinde Reichelsheim eingegliedert.

Im Jahre 1986 erhielt Reichelsheim das Prädikat „Staatlich anerkannter Luftkurort“. 1988 nahm das Land Hessen die Kerngemeinde in das Dorferneuerungsprogramm auf.

So konnten mit finanzieller Unterstützung des Landes Pläne umgesetzt werden, beispielsweise die Umgestaltung der Bismarckstraße und des Rathausplatzes sowie die Neugestaltung der Freiflächen vor der Hofreite Dingeldein. Zahlreiche ortsbildprägende Gebäude wurden vorbildlich renoviert.

Heute weisen eine schulformbezogene Gesamtschule mit Oberstufe, zwei Grundschulen sowie zwei beheizte Freibäder auf die Mittelpunktfunktion Reichelsheims hin. Im Jahre 1994 wurde die neu errichtete Reichenberghalle eingeweiht.

Quelle:Wikipedia

 

 

 

 

Bilder: Gemeinde Reichelsheim

Die Legende vom Leben und Tod des Sankt Laurentius, Schutzpatron der Köche

Der Legende nach soll Sankt Laurentius zu Osma in Aragonien geboren sein. Er kam in jungen Jahren nach Rom. Bei einer der großen Christenverfolgungen wurde Laurentius in den Kerker geworfen. An einem seiner Mitgefangenen namens Lucillus verbrachte er zu dieser Zeit sein erstes Wunder: Er gab ihm sein Augenlicht wieder. Aus dem Kerker wurde Laurentius dem damaligen Kaiser des römischen Reiches vorgeführt, der von ihm wissen wollte, wo er die Kirchenschätze und das Geld verborgen habe. Laurentius erbat sich eine dreißigtägige Frist, dann wolle er dem Kaiser die Schätze zeigen. Als die Zeit um war, versammelte er viele Arme vor der Kirche und sagte dem Kaiser: Dies sind die Schätze der christlichen Kirche. Darauf ordnete der Kaiser die Folter an. Und Laurentius wurde wiederholt gegeißelt und mit Fackeln gebrannt. Als er sein Geheimnis immer noch nicht preisgeben wollte, wurde er auf einen glühenden Rost gebunden und am 10. August 258 verbrannt. Die Art seines Todes hat es mit sich gebracht, das Sankt Laurentius zum Schutzpatron all derer wurde, die mit Feuer zu tun haben, vornehmlich der Köche, zu deren Handwerkszeug Auch der Rost gehört. Sankt Laurentius bewahrt diese seine Schutzbefohlenen vor Brandverletzungen, 

aber auch vor „Brand“ im weiteren Sinn         

 

 

 

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© Uwe Horlitz